Archiv der Kategorie: Porträt

Puppen, Ich und Körper – Cahun #3

In Cahuns fotografischen Selbstporträts lässt sich ein Motiv herausgreifen, das in Cahuns künstlerischer Arbeit und im Surrealismus eine wichtige Rolle spielt: Die Puppe und das Puppenhafte. Weiterlesen

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Training don’t kiss – Cahun #2

Cahuns genreübergreifendes Arbeiten als Schriftstellerin, Fotografin und Schauspielerin und ihre vielfältigen Selbstinszenierungen weisen sie als Verwandlungskünstlerin par excellence aus, die ästhetische Konventionen und gesellschaftlich geprägte Bilder unterläuft. Neben der Wahl von Namenspseudonymen wie Claude Courlis, Daniel Douglas und 1916 schließlich Claude Cahun verändert sie in ihrer Schaffenszeit radikal ihre äußere Erscheinung. Sie rasiert sich die Haare ab – zu damaliger Zeit ein Skandal – und kombiniert ungewöhnliche Kleidungsstücke.

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Surrealisten – Claude Cahun #1

Vor 120 Jahren wurde die Künstlerin Claude Cahun geboren – am 25. Oktober 1896 im französischen Nantes. Die dem Surrealismus zugeordnete Schriftstellerin, Fotografin und Performance-Künstlerin ist innerhalb der damaligen kreativen Szene eine eigenwillige Erscheinung, die ihrer Zeit in mancher Hinsicht voraus war. Weiterlesen

Hildegard von Bingen – ein Multitalent

Interview mit der Historikerin und Sachbuchautorin Barbara Beuys über Hildegard von Bingen, Oktober 2012.

Der Papst hat Hildegard von Bingen zur Heiligen der Universalkirche erhoben – Frau Beuys, Sie haben sich intensiv mit der deutschen Mystikerin auseinandergesetzt. Hildegard von Bingen war Klostergründerin und Theologin, sie ist berühmt für ihre Errungenschaften im Bereich der Musik und der Medizin, sie predigte sogar und unterhielt Briefwechsel mit den besten Köpfen ihrer Zeit – das scheint ja über die sonstigen Tätigkeiten von mittelalterlichen Ordensfrauen ziemlich hinausgegangen zu sein?

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Der König verneigt sich: Herta Müllers Trumpf

„Warum kommt in Ihren Texten so oft der König und so selten der Diktator vor?“, wird sie häufig gefragt. „Das Wort König klingt weich.“ Herta Müller blickt ins Publikum. Ihre dunkel umrandeten Augen stechen aus dem weißen Gesicht hervor, das von einem markanten Pagenschnitt umrahmt wird. Müller steht auf der Bühne, inmitten der Ruinen des Forum Romanum, über ihr der Sternenhimmel. Ihre Stimme ist fragil und stark zugleich: „Und oft werde ich gefragt, warum in meinen Texten so oft der Frisör vorkommt. Der Frisör misst die Haare, und die Haare messen das Leben. Der Frisör, das Haar und der König fanden zusammen, lange bevor ich den Diktator kannte und bevor ich zu schreiben anfing.“ Weiterlesen